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Das GNU-Projekt: technische und politische Bewegung

Den Geist der Kooperation wiederbeleben: mit diesem Ziel startete der US-amerikanische Programmentwickler Richard Stallman im Jahr 1983 das Open-Source-Projekt GNU. Seit dem setzt er sich dafür ein, die Freiheitsrechte von Softwarenutzern und -entwicklern zu bewahren und zu fördern.

Der erste Schritt auf diesem Weg sollte ein freies Betriebssystem in der Art von Unix sein – ein Mehrbenutzer-Betreibsystem aus den Bell Laboratories.

Stallman als Freiheitskämpfer

Stallman arbeitete damals noch am Massachusetts Institut of Technology (MIT) als ihm die Idee für das GNU-Projekt kam. In der Anfangszeit seiner Arbeit herrschte bei der Softwareentwicklung ein offener Austausch zwischen Entwicklern und Nutzern. Gemeinsam trieb man die Weiterentwicklung dieser Projekte voran und profitierte von deren offenen Quelltexten.

Als jedoch in den 80er Jahren immer mehr Firmen begonnen haben, Software durch immer strengere Lizenzen zu veröffentlichen und deren Quelltexte damit geheim zu halten, änderte sich diese Situation schlagartig. Um den Geist der Kooperation wieder zu beleben, begann Stallman mit seiner Arbeit an einem neuen komplett offenen Softwaresystem. Dafür gab er sogar seine Stelle beim MIT auf, den dieses hätte als sein Arbeitgeber die Rechte an dem von ihm geschriebenen Code besessen und ihn wiederum hinter strenge Lizenzen eingesperrt.

GNU als soziale und politische Bewegung

Damit war GNU nicht nur ein technisches, sondern auch eine soziale und politische Initiative. In einem eigenen Manifest und anderen Essesy setzt Stallman fest, auf welcher ideologischen Basis sein Projekt aufbaut. Dabei betont er immer wieder die Bedeutung folgernder Punkte, die er als „Die vier Freiheiten“ bezeichnet: Die Software kann von jedem beliebig verwenden, untersucht, geteilt beziehungsweise kopiert und modifiziert werden,  und auch diese Modifikationen können wiederum frei weitergegeben werden. Nur Software-Projekte, welche diese „Freiheiten“ einhalten, dürfen als Freie Software bezeichnet werden.

Aus dieser Forderung heraus entstand auch die GNU General Public License (GPL), welche heuet weit verbreitet ist. Um die Offenheit der Open-Source-Projekte sicherzustellen wurde alle vom GNU-Projekt veröffentlichte Software unter jeweils eigene Lizenzen gestellt. Dafür etablierte Stallman den Begriff Copyleft. Damit bezeichnet er die Bedingung, dass auch weiterentwickelte Software unter den gleichen Lizenzbedingungen verbreitet werden müssen, wie der Quelltext auf dem die basieren. So soll gewährleistet werden, dass die Offenheit der Software durch keine nachträglichen Lizenzänderungen wieder eingeschränkt wird.

Stallman als politischer Aktivist

Seit Mitte der 90er ist Stallman überwiegend politisch tätig. Er gilt als größter Befürworter beziehungsweise als Verfechter von Open-Source-Software und als härtester Gegner von Softwarepatente, Digitale Rechteverwaltung und die Ausdehnung des Urheberrechts. All dies sieht er als einen Einschnitt in die Freiheitsrechte von Entwickler, Softwarenutzer und sogar für die Gesellschaft als Ganzes.