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Geschichte und Bedeutung von Open Source

Neben dem Internetexplorer von Microsoft, ist Mozilla Firefox inzwischen der am häufigsten genutzte Internet-Browser. Angetreten ist die Software 1998 als erste Konkurrenz zu Microsoft, das damals noch den Browser-Markt dominierte. Das Besondere daran, Firefox entstand als ein sogenanntes Open-Source-Projekt. Es war das erste seiner Art, das im Laufe der Jahre noch viele Nachahmer finden sollte und inzwischen ein etablierter und wichtiger Teil der Software-Branche ist.

Das Hauptmerkmal, das Open-Source-Software auszeichnet, liegt in seiner Offenheit. Jede Software, deren Quelltext öffentlich zugänglich ist und darauf ausgelegt ist modifiziert, verändert und weiterentwickelt zu werden, kann als Open-Source-Software bezeichnet werden. Inzwischen ist der Begriff Open-Source sogar geschützt und steht unter einer von der Open Source Initiative (OSI) aberkannten Lizenz.

Das Mozilla-Projekt

Ins Leben gerufen wurde diese Art von Software-Projekten von dem ehemaligen Softwareunternehmen Netscape. Angesichtes der wachsenden Dominanz von Microsoft gab das Unternehmen den Quelltext seines Webbrowsers Netscape Navigator komplett frei, da man nicht mehr an dessen Erfolg glaubte. Doch gerade dieser Schritt führte zu dem großen Erfolg des Firefox. Als Open-Source-Projekt wurde der Nescape Navigator stetig weiterentwickelt, so dass neben einem Webbrowser auch das E-Mail-Programm Thunderbird entstand. Vereint wurden diese neuen Softwareprogramme unter dem Namen Mozilla.

Inzwischen gibt es zahlreiche dieser sogenannten Open-Source-Projekte. Am weitesten verbreitet und wohl auch am bekanntesten dürfte momentan das Betreibsystem Android sein, das von HTC für viele seiner Endgeräte genutzt wird. Als Open-Source-Software wurde es ebenfalls quelloffen entwickelt, so dass es jederzeit weiterentwickelt werden kann. Zum Beispiel durch Facebook. Die Software des neuen Facebook-Smartphones, das Anfang April offiziell vorgestellt wurde, basiert auf Android und nutzt dessen offene Struktur.

Für Außenstehende mag das Prinzip solcher offenen Software-Projekte unlogisch erscheinen, zumal die Entwicklung neuer Software auch immer mit Kosten verbunden ist. Doch liegen eben in dieser Offenheit der Programme eine Reihe von Vorteilen und sie sind haben auch wirtschaftlich inzwischen eine große Bedeutung.

Open-Source-Software als wirtschaftlicher Treibstoff  

Weil sich im Prinzip jeder an der Weiterentwicklung solcher Open-Source-Projekte beteiligen kann, sind auch die Synergieeffekte besonders groß. Der Aufwand bei der Softwareentwicklung sinkt, weshalb es sich vor allem finanziell lohnen kann, sich an einem Open-Source-Projekt zu beteiligen, anstatt eine Eigenentwicklung zu starten oder fertige Software einzukaufen. Zudem ist Open-Source-Software niemals von einer bestimmten Herstellerfirma abhängig und deren Nutzung meist nur an wenige Bedingungen geknüpft.

Und so ist auch der Marktanteil der Open-Source-Software in den letzten Jahren stetig gestiegen. Laut einer Studie, welche die Europäische Kommission in Auftrag gegeben hat, wird der Wert solcher Programme auf etwa zwölf Milliarden Euro geschätzt. Allerdings gehen diese Zahlen auf 2006 zurück, inzwischen dürfte der Wert nochmals deutlich gestiegen sein.

Missbrauch nicht ausgeschlossen

Open-Source-Projekte sind also ein unverzichtbarer Treibstoff für das wirtschaftliche Wachstum im Software-Bereich. Dennoch werden immer wieder Bedenken laut, was die absolute Offenheit dieser Projekte betrifft. Vom Grundgedanken her sind diese auf die aktive Beteiligung der Anwender an ihrer Weiterentwicklung angewiesen. Was zum Großteil auch so praktiziert wird, weil die enormen Synergieeffekte von den meisten Firmen erkannt wurden. Dennoch gibt es immer wieder Firmen, welche Software-Programme nur für ihre Zwecke nutzen, ohne dem Kreislauf wieder etwas zuzuführen.